Wer mit seiner Klasse nach Hamburg fährt, kommt am Schanzenviertel meist nicht vorbei – ob auf dem Weg zur Reeperbahn, zum Dom oder einfach beim Bummel durch die Sternschanze. Seit Kurzem gibt es dort ein neues Wahrzeichen: die Sternbrücke. Die Bahn hat die alte, fast hundert Jahre alte Eisenbahnbrücke durch einen Neubau ersetzt – und der sorgt in der Nachbarschaft für Gesprächsstoff.
Was ist neu?
Die neue Sternbrücke ist eine sogenannte Stabbogenbrücke: eine Stahlkonstruktion mit großen, geschwungenen Bögen, unter denen die Fahrbahn hindurchführt. Sie ist rund 108 Meter lang und etwa 21 Meter hoch. Über 1.000 LED-Leuchten sorgen abends für eine auffällige Beleuchtung. Bauherrin ist die Deutsche Bahn, die Kosten werden mit rund 170 Millionen Euro angegeben.
Der Rohbau wurde in einer aufwendigen Aktion mit Großkränen eingehoben und auf selbstfahrenden Transportfahrzeugen an seinen Platz gebracht – eine Millimeterarbeit, die selbst Kritiker des Projekts als technische Meisterleistung anerkennen.
Praktisch für die Anreise: Bahn und ÖPNV
Für Klassenfahrten ist die Sternbrücke vor allem aus einem Grund interessant: Über sie führt eine wichtige Bahnstrecke von Hamburg in Richtung Altona und weiter nach Skandinavien. Täglich rollen hier rund 1.000 Züge. Direkt daneben liegt die Station Sternschanze, ein Knotenpunkt für S-Bahn (Linien S11, S21, S31) und U-Bahn (U3) – praktisch, wenn die Gruppe zwischen Hauptbahnhof, Jugendherberge und Sehenswürdigkeiten umsteigen muss.
Während der Bauzeit gab es hier immer wieder Einschränkungen und Schienenersatzverkehr. Vor der Fahrt lohnt sich deshalb ein Blick in die aktuellen Fahrplanauskünfte, damit die Gruppe nicht von einer kurzfristigen Umleitung überrascht wird.
Streit um die Dimension – ein Thema für den Unterricht
Nicht alle Anwohnerinnen und Anwohner sind von der Größe des Neubaus begeistert. Eine Bürgerinitiative hatte gegen die Pläne geklagt, unterlag aber vor dem Oberverwaltungsgericht. Diskutiert wird vor allem, ob unter der neuen Brücke noch Platz für die Kultur- und Clubszene bleibt, die sich bislang in den Bögen der alten Brücke eingerichtet hatte.
Für den Unterricht – etwa in Politik oder Sozialkunde – liefert die Debatte ein gutes Beispiel dafür, wie unterschiedlich Anwohner, Politik und Bahn die Beteiligung bei einem Großprojekt einschätzen, und wie schwer sich große Infrastrukturvorhaben mit gewachsenen Stadtvierteln vertragen.
Tipp für unterwegs
Ein kurzer Abstecher ins Schanzenviertel lohnt sich, um die neue Brücke einmal live zu sehen – besonders am Abend, wenn die LED-Beleuchtung an ist. Von dort sind es nur wenige Minuten zu Fuß bis zum Sternschanzenpark oder zur Reeperbahn.
Foto: Angela Scheefeld